Schären-Bäumen-Schnüren…

Dies war mein erster zarter Kontakt und quasi das Begrüßungskomitee im letzten Sommer auf dem Werkhof im Wendland – Wohn-, Lern- und Arbeitsstätte für rund eine Woche. Fürderhin wuselte eine ganze Bande um unsere Beine, vorzugsweise sobald das Geschirr auf dem großen Esstisch zu klappern begann, weil da immer mal der eine oder andere Krümel versehentlich herunterfiel.

10 Frauen haben sich auf den Weg ins östliche Niedersachsen gemacht – niemand kannte die andere, Frauen unterschiedlichen Alters, mit verschiedenen Erfahrungen und Hintergründen – um das Weben neu oder wieder zu lernen.
Der Werkhof ist ein Selbstversorgerhof und so kamen wir uns beim Teilen der mitgebrachten Leckereien, beim gemeinsamen Kochen, Essen und Planen der Aufgabenverteilung schnell nahe und was soll ich sagen, es lief wie am Schnürchen.

b-Kukate-2018-Beim ersten Betreten der Weberwerkstatt murmelten wir ehrfürchtig „Ahh“ und „Ohh“. So viele verschiedene und teilweise riesige Webstühle an einem Ort. Ganz wild auf´s Weben durften wir an den ersten Abenden die noch vom letzten Kurs bestehenden Ketten abweben. Unser Mädchen hatte sich zuhause gleich zwecks Verwendung des daraus Entstandenen gemeldet.

Gleichzeitig wurde an den Vormittagen Theorie gelernt, nachmittags dann praktisch umgesetzt, zuerst mit einer gemeinsam erstellten (roten) Kette, später haben wir je zu zweit ein Gewebe geplant und vom Schären bis letztlich zum Weben alle Schritte selbst erarbeitet.
bKukate 2018 (2)b-Kukate-2018Manches Mal rauchten unsere Köpfe (und knackten die Knochen, eingepfercht unter den Webstühlen) – „War das jetzt richtig, alles sieht noch so chaotisch aus?!“ – aber dank unserer Aufzeichnungen und des Austauschens von Fragen und Antworten bekamen wir alle es hin.b Kukate 2018 (3).jpgb-Kukate2018Nun endlich konnte es losgehen, das Weben mit unserer eigenen Kette. Je weiter die Tage voranschritten, desto später wurden die Abende und Nächte und noch immer arbeiteten einige wenige ruhig und konzentriert in der Werkstatt. Das leise Surren beim Spulen, das regelmäßige Rauschen der Schiffchen, das Klacken der Tritte im Takt….das häufiger werdende „Oh nein!!“ zwischendurch war dann aber doch Anzeiger, die Arbeit und Hände ruhen zu lassen.

b-Kukate-2018-(4)b Kukate Ergeb 2018Am letzten Tag betrachteten und besprachen wir alle unsere Arbeiten und die Eindrücke des Gelernten der vergangenen Woche, tauschten Adressen und Telefonnummern aus und machten uns letztlich auf die Heimreise. Schnell, fast ein bisschen zu schnell verging die Zeit, aber im nächsten Sommer geht es weiter und vielleicht gibt es mit einigen ein Wiedersehen!
Ohne das Kennenlernen und die Aufmunterung durch meine liebe Weberfreundin hier im Münsterland hätte ich diesen Schritt bestimmt nicht gemacht.  Die Verabschiedungsparade fiel etwas kleiner aus….da fahren sie hin, die menschlichen Leckerbissenverteiler.
Und wer sich das Wendland in kultureller und handwerklicher Hinsicht näher anschauen möcht, für den ist die Kulturelle Landpartie vielleicht ein Tipp!

 

 

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Schönes und Trauriges vom Sommer

b-DSC_0304Neben dem ja schon erwähnten baulichen Veränderungen hat uns der Sommer noch anderes Schöne beschert:
Im Gemüsegarten gedieh dank der Bewässerung wirklich ausnahmslos alles prächtig. Oftmals kamen wir mit dem Verspeisen, Verschenken und Konservieren nicht nach, was sich aber dann als Glück für die Schafe  erwies. Wie alle hatten auch sie im Sommer unter der Dürre zu leiden, denn nach der Mahd vertrocknete die Weide zusehends.  b-C-_Users_Birgit_AppData_Local_Microsoft_Windows_INetCache_ContentbDaher bedienten sich Molli und Pünktchen schon mal selber an den, in ihren Bewegungsradius wuchernden Stangen- und dicken Bohnen und warteten bereits am Zaun, sobald sie mich in den Gemüsegarten kommen sahen. Dann gab es wahlweise Salat, Mangold, Pak Choi, Broccoli, Rotkohl, rote Bete-, Erbsen- und Erdbeerblätter.

Ein tolles Erlebnis waren auch wieder die Sola-Camp Tage in Steinfurt.
Die letzten Jahre hatte ich mit den Kids gefilzt, im Sommer 2018 haben wir Freundinnen ein paar Tage das Stamm-Küchenteam unterstützt. Was für eine Herausforderung – für rund 300 hungrige Mäuler etwas Leckeres auf die endlos langen Tische zu zaubern. Nur Dank eines so klasse eingespielten, engagierten und erfahrenen jungen Betreuer-Teams kann ein solches Projekt auf die Beine gestellt werden, was ich ohne zu zögern weiterempfehlen kann (nähere Infos und Anmeldungen für 2019 hier oder sucht nach den Standorten anderer Feriencamps in ganz Deutschland)!
Jedes Jahr steht das Sola unter einem anderen Motto und passend dazu werden Spiele, Wanderungen, kreative Workshops, Musik, Gruppenarbeiten und vieles mehr veranstaltet. Übernachtet wird in großen Zelten auf einer Wiese direkt neben einem Bauernhof und einem See.

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Dann haben wir, wegen der schon so frühen Apfelernte, letzten Sommer zum ersten Mal selber Apfelsaft gepresst. Dazu eine kleine Geschichte:
Unsere Bäume warfen wegen der Trockenheit stetig und reichlich Äpfel ab und die Vorrat an Apfelmus war schnell gedeckt.
Mehrmals wöchentlich kam ich an einem alte Hof vorbei, in dessen Garten einige Apfelbäume standen, der Boden darunter voller Früchte, die einige Tage später immer auf dem Kompost lagen. Ich habe eine Weile nachgedacht, klingelte dann dort an, und ein älterer, gebückter Herr öffnete die Tür. Er erzählte von seinem Garten und dass seine Frau und er die vielen Äpfel nicht mehr verarbeiten können. Sie nehmen, was sie brauchen und den Rest packen sie halt auf den Kompost.
Ich erzählte, dass wir nicht weit entfernt wohnen, was wir auf unserem Hof so treiben und fragte, ob ich die übrig gebliebenen Äpfel vom Boden aufsammeln dürfte, um daraus Saft zu machen. Sofort marschierte er los, holte Taschen und Eimer und wie beide lasen die vielen unterschiedlichen Äpfel auf. Zu jeder Sorte konnte er noch etwas zu Geschmack und Verwendungsmöglichkeiten sagen und ich solle doch wiederkommen, auch wenn er mal nicht da sei. Es sammelte sich binnen kurzer Zeit eine reichliche Menge Äpfel an, die wir so letztlich zu köstlichem Saft verwandelten.
Im Tausch versorgte ich die netten älteren beiden stetig mit Tomaten, Salat, Gurken, Bohnen und was den Sommer über sonst noch reifte – beide Seiten waren glücklich.

b-DSC_0973b-DSCKurt_0294_1235Sehr traurig – im letzten Sommer mussten wir die kleine Sonja und den wilden Kurt gehen lassen.

b-DSC_0486.jpgUnd der Ort, an dem dieses Bild im Spätsommer entstanden ist, hat in mir einen Wunsch geweckt……

 

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wordless wednesday

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Frühjahr-Sommer-Projekte 2018

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Da sich Jahresprojekt A unvorhergesehen (zunächst) scheinbar auf nicht absehbare Zeit zu verschieben drohte, gingen wir voller Elan und hochmotiviert an das fast ebenso lang bedachte und ersehnte Projekt B: Gewächshaus bauen! Yeah!!
Wir liebäugelten ja schon länger mit einem neuen und stabileren Gewächshaus, denn das alte, was jahrelang sehr gute Dienste geleistet hatte, war nun doch durch etliche Stürme  zu arg lädiert. So fanden wir auch schnell das Passende und mit vereinten Kräften – mindestens ebenso viel Schweiß und Schwielen will ich nicht verheimlichen – war es binnen ein paar Tagen aufgebaut. Die Bilder oben sind knapp untertitelt, weitergehende Fragen gerne per Mail.
Die Ernte war unglaublich. Ob das nun hauptsächlich an den hohen Temperaturen lag, werden wir dieses Jahr sehen. Die Wasser-Zuleitung, die mein Mann gleich mit berücksichtigt hatte, war Gold wert.  Außer Regen- bzw. Grundwasser bekommen alle unsere Pflanzen lediglich noch fürchterlich stinkende Brennesseljauche, aber sie lieben es!

Umbau 2018/2019Als dann Projekt B noch nicht ganz beendet war, ergab sich nun doch die Realisierung vom Langzeitprojekt A: Dachsanierung. Ok, dann aber ran.
Die Freude, dass es nun tatsächlich noch etwas wird, füllte die Kraftreserven rasch wieder auf, und wir brachten so viel wie möglich an Eigenleistung ein. An dieser Stelle nochmals Dank den fleißigen Dachziegelschlepper-Helfern!
Und das alles während des grausig-heißen Sommers, der nun gar nicht meins war, aber gut, besser als Dauerregen.
Seitdem halten uns die Innenarbeiten auf Trab und werden auch noch geraume Zeit in Anspruch nehmen…..aber das Bild, wie alles werden wird, hat bereits sehr viel mehr Klarheit angenommen. Schön!

Dann standen wir alle Ende Juli, wie viele andere auch, (inclusive vom nächtlichen Besuch überraschte Wach-Schafe) allesamt mit überstreckten Köpfen  auf der Wiese und beobachteten  die Mondfinsternis und  sogar gleichzeitig den Überflug der ISS. So nah und doch so weit.

b-sf-GarneZur Abwechslung und gleichzeitigen Entspannung habe ich auch hin und wieder gefärbt, zum Fotografieren jedes einzelnen Stranges blieb und bleibt mir in dieser Umbauphase nur leider gar keine Zeit.
Damit Bild und Text hier nicht den Rahmen sprengen, geht es demnächst mit mehr Sommer-Erlebnissen weiter…….

*Da beim Bau das Handy ständig parat sein musste, sind auch so die meisten Bilder entstanden. Unser Sohn hat mir dafür diese superschöne und stabile Handy-Schutzhülle aus Ahorn gemacht!!

 

 

 

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wordless wednesday

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