Weben im Wendland

b-Web6

Der erste Blick in die Werkstatt, in deren Eingangsbereich wie jedes Jahr die Schwalben ihre Nester hatten……
Ein Gefühl, wie zuhause ankommen und doch ganz anders, die Vorfreude auf Entspannung aber mit viel Konzentration – Werkhofzeit.

Eine Woche und einen Tag gemeinsam mit 11 Frauen, 1 Mann lernen und weben – Bindungslehre stand an.
Patronen lesen, zeichnen und entwickeln – sehr technisch, logisch, rechnerisch konsequent, nach ein paar Stunden rauchte mein Kopf, dank einer geduldigen und rundum tollen Dozentin aber nachvollziehbar. Zum Glück wechselten Schulbank und Webbank, um „Weben im Wendland“ weiterlesen

Schären-Bäumen-Schnüren…

Dies war mein erster zarter Kontakt und quasi das Begrüßungskomitee im letzten Sommer auf dem Werkhof im Wendland – Wohn-, Lern- und Arbeitsstätte für rund eine Woche. Fürderhin wuselte eine ganze Bande um unsere Beine, vorzugsweise sobald das Geschirr auf dem großen Esstisch zu klappern begann, weil da immer mal der eine oder andere Krümel versehentlich herunterfiel.

10 Frauen haben sich auf den Weg ins östliche Niedersachsen gemacht – niemand kannte die andere, Frauen unterschiedlichen Alters, mit verschiedenen Erfahrungen und Hintergründen – um das Weben neu oder wieder zu lernen.
Der Werkhof ist ein Selbstversorgerhof und so kamen wir uns beim Teilen der mitgebrachten Leckereien, beim gemeinsamen Kochen, Essen und Planen der Aufgabenverteilung schnell nahe und was soll ich sagen, es lief wie am Schnürchen.

b-Kukate-2018-Beim ersten Betreten der Weberwerkstatt murmelten wir ehrfürchtig „Ahh“ und „Ohh“. So viele verschiedene und teilweise riesige Webstühle an einem Ort. Ganz wild auf´s Weben durften wir an den ersten Abenden die noch vom letzten Kurs bestehenden Ketten abweben. Unser Mädchen hatte sich zuhause gleich zwecks Verwendung des daraus Entstandenen gemeldet.

Gleichzeitig wurde an den Vormittagen Theorie gelernt, nachmittags dann praktisch umgesetzt, zuerst mit einer gemeinsam erstellten (roten) Kette, später haben wir je zu zweit ein Gewebe geplant und vom Schären bis letztlich zum Weben alle Schritte selbst erarbeitet.
bKukate 2018 (2)b-Kukate-2018Manches Mal rauchten unsere Köpfe (und knackten die Knochen, eingepfercht unter den Webstühlen) – „War das jetzt richtig, alles sieht noch so chaotisch aus?!“ – aber dank unserer Aufzeichnungen und des Austauschens von Fragen und Antworten bekamen wir alle es hin.b Kukate 2018 (3).jpgb-Kukate2018Nun endlich konnte es losgehen, das Weben mit unserer eigenen Kette. Je weiter die Tage voranschritten, desto später wurden die Abende und Nächte und noch immer arbeiteten einige wenige ruhig und konzentriert in der Werkstatt. Das leise Surren beim Spulen, das regelmäßige Rauschen der Schiffchen, das Klacken der Tritte im Takt….das häufiger werdende „Oh nein!!“ zwischendurch war dann aber doch Anzeiger, die Arbeit und Hände ruhen zu lassen.

b-Kukate-2018-(4)b Kukate Ergeb 2018Am letzten Tag betrachteten und besprachen wir alle unsere Arbeiten und die Eindrücke des Gelernten der vergangenen Woche, tauschten Adressen und Telefonnummern aus und machten uns letztlich auf die Heimreise. Schnell, fast ein bisschen zu schnell verging die Zeit, aber im nächsten Sommer geht es weiter und vielleicht gibt es mit einigen ein Wiedersehen!
Ohne das Kennenlernen und die Aufmunterung durch meine liebe Weberfreundin hier im Münsterland hätte ich diesen Schritt bestimmt nicht gemacht.  Die Verabschiedungsparade fiel etwas kleiner aus….da fahren sie hin, die menschlichen Leckerbissenverteiler.
Und wer sich das Wendland in kultureller und handwerklicher Hinsicht näher anschauen möcht, für den ist die Kulturelle Landpartie vielleicht ein Tipp!

 

 

Schönes und Trauriges vom Sommer

b-DSC_0304Neben dem ja schon erwähnten baulichen Veränderungen hat uns der Sommer noch anderes Schöne beschert:
Im Gemüsegarten gedieh dank der Bewässerung wirklich ausnahmslos alles prächtig. Oftmals kamen wir mit dem Verspeisen, Verschenken und Konservieren nicht nach, was sich aber dann als Glück für die Schafe  erwies. Wie alle hatten auch sie im Sommer unter der Dürre zu leiden, denn nach der Mahd vertrocknete die Weide zusehends.  b-C-_Users_Birgit_AppData_Local_Microsoft_Windows_INetCache_ContentbDaher bedienten sich Molli und Pünktchen schon mal selber an den, in ihren Bewegungsradius wuchernden Stangen- und dicken Bohnen und warteten bereits am Zaun, sobald sie mich in den Gemüsegarten kommen sahen. Dann gab es wahlweise Salat, Mangold, Pak Choi, Broccoli, Rotkohl, rote Bete-, Erbsen- und Erdbeerblätter.

Ein tolles Erlebnis waren auch wieder die Sola-Camp Tage in Steinfurt.
Die letzten Jahre hatte ich mit den Kids gefilzt, im Sommer 2018 haben wir Freundinnen ein paar Tage das Stamm-Küchenteam unterstützt. Was für eine Herausforderung – für rund 300 hungrige Mäuler etwas Leckeres auf die endlos langen Tische zu zaubern. Nur Dank eines so klasse eingespielten, engagierten und erfahrenen jungen Betreuer-Teams kann ein solches Projekt auf die Beine gestellt werden, was ich ohne zu zögern weiterempfehlen kann (nähere Infos und Anmeldungen für 2019 hier oder sucht nach den Standorten anderer Feriencamps in ganz Deutschland)!
Jedes Jahr steht das Sola unter einem anderen Motto und passend dazu werden Spiele, Wanderungen, kreative Workshops, Musik, Gruppenarbeiten und vieles mehr veranstaltet. Übernachtet wird in großen Zelten auf einer Wiese direkt neben einem Bauernhof und einem See.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Dann haben wir, wegen der schon so frühen Apfelernte, letzten Sommer zum ersten Mal selber Apfelsaft gepresst. Dazu eine kleine Geschichte:
Unsere Bäume warfen wegen der Trockenheit stetig und reichlich Äpfel ab und die Vorrat an Apfelmus war schnell gedeckt.
Mehrmals wöchentlich kam ich an einem alte Hof vorbei, in dessen Garten einige Apfelbäume standen, der Boden darunter voller Früchte, die einige Tage später immer auf dem Kompost lagen. Ich habe eine Weile nachgedacht, klingelte dann dort an, und ein älterer, gebückter Herr öffnete die Tür. Er erzählte von seinem Garten und dass seine Frau und er die vielen Äpfel nicht mehr verarbeiten können. Sie nehmen, was sie brauchen und den Rest packen sie halt auf den Kompost.
Ich erzählte, dass wir nicht weit entfernt wohnen, was wir auf unserem Hof so treiben und fragte, ob ich die übrig gebliebenen Äpfel vom Boden aufsammeln dürfte, um daraus Saft zu machen. Sofort marschierte er los, holte Taschen und Eimer und wie beide lasen die vielen unterschiedlichen Äpfel auf. Zu jeder Sorte konnte er noch etwas zu Geschmack und Verwendungsmöglichkeiten sagen und ich solle doch wiederkommen, auch wenn er mal nicht da sei. Es sammelte sich binnen kurzer Zeit eine reichliche Menge Äpfel an, die wir so letztlich zu köstlichem Saft verwandelten.
Im Tausch versorgte ich die netten älteren beiden stetig mit Tomaten, Salat, Gurken, Bohnen und was den Sommer über sonst noch reifte – beide Seiten waren glücklich.

b-DSC_0973b-DSCKurt_0294_1235Sehr traurig – im letzten Sommer mussten wir die kleine Sonja und den wilden Kurt gehen lassen.

b-DSC_0486.jpgUnd der Ort, an dem dieses Bild im Spätsommer entstanden ist, hat in mir einen Wunsch geweckt……

 

M wie …

miteinander sein, sich Zeit nehmen,
being together, taking time
aufmerksam wahrnehmen wie Wachsen geschieht,
carefully discern how „things“ grow
interessiert bleiben, Unbekanntem offen gegenübertreten.
remain interested and open-minded.
Kamera leider vergessen – Mobile phone zum Glück dabei
Mit wenigen Worten den Mai zusammenfassen, zuerst gar nicht so einfach, aber bei genauerem Hinsehen beschreiben die Untertitelungen recht gut, die verschiedenen Facetten des Mai.
Zeit, Auszeit als Gegenpol zur Garten- und Maurerarbeit war der Besuch der Ausstellung im Gasometer Oberhausen. Einzigartige Momente der Tier- und Pflanzenwelt dargestellt mittels großartiger Fotografien und Exponate, unbedingt empfehlenswert! Dort, wo bei einer damaligen Ausstellung der Mond über den Köpfen der Besucher schwebte, kann man nun die Dimensionen der Welt aus einer anderen Perspektive betrachten.
Das Muttertagskonzert der Musikschüler wieder gelungen inszeniert und vorgetragen (die Rose, eine alljährliche kleine Aufmerksamkeit beim Verlassen des Theaters, blüht tatsächlich noch immer).
Für unsere Große neigt sich die Schulzeit dem Ende entgegen und Neues steht bevor, Rhythmusänderung für alle Beteiligten. 
Mächtig viel habe ich auch gefärbt, einen Teil der diesjährigen Schur mit Pflanzen und viele Garne in leuchtenen Tönen (heute werden Fotos gemacht).
M auch wie Mission – viel gepackt und gesprochen mit den Freunden, morgen fahren sie los, mit Gottes Segen.
To summarize this month in a few words first seemed difficult, but then, on closer inspection, quite simple.
The visit to the exhibition in the Gasometer Oberhausen was our culturally counterbalance, a time-out for the gardening and masonry. Unique moments of flora and fauna, often unrecognized, represented by magnificent photographs and exhibits, highly recommended! 
For a previous exhibition an impressive 3-D moon hovered in the upper level of the Gasomether, this year it was a globe. Points the topics of the world from different point of view.
The Mother’s Day concert performed by the music school again was wonderful and succeeded (the Rose, a little gift for the women is still flowering).
Our daughter´s time at school ends and a new learning- and living- adventure will begin, time to to discover a new rhythm.
And of course I´ve dyed a lot of wool, e.g. with sage, cow parsley, copper beech etc, some wool from our sheep and also knitting yarn (I´m going to take some pictures today)
Our friend´s mission in Kenia – a lot of packing and talking – leaving tomorrow. God bless you.
Viele unterschiedliche Mai-Bilder werden wieder bei Birgitt gesammelt.

ViltExpo

Fransje Smit
Eine kleine Reise – mit dem Auto nur eine Stunde entfernt – führte mich am Samstag nach Holland. Es gab nicht nur ein kreatives und fröhliches Wiedersehen sondern auch ein Wiederentdecken und neu Kennenlernen. Diese Art, Filz zu verarbeiten und mit ganz unterschiedlichen Materialien zu verbinden, gefällt mir ausgesprochen gut.
My little trip on saturday – just one hour away from home – led me to the Netherlands. A cheerful and creative reunion but also a kind of updating and discover new things. I do love this way to work on felt and how it is combined with several materials.  
Fransje Smit


Die ViltExpo wurde zum 2. Mal in der Eusebiuskerk Arnhem ausgerichtet. Darüber, dass Els an mich gedacht und dazu eingeladen hat, hat mich riesig gefreut, hartstikke bedankt!! Am Abend war ich vom vielen Erzählen und Lachen ganz heiser.

ViltExpo took place at the Eusebiuskerk in Arnhem for the second time and I was so happy Els told me about it and we were able to meet there. Many thanks! In the evening my voice was hoarse from telling and laughing.
Carla Louwes
Carla Louwes
Carla Louwes
Ina Singeling
Farben, Texturen und immer wieder unterschiedlichste Verarbeitungsmethoden, schauen, fühlen und sich austauschen mit den überwiegend Künstlerinnen – eine Oase für die Sinne.
Colours, textures and quite a number of processing possibilities. We could look, touch the exponates and also ask the artists about their work. It was amazing.
…im Café entdeckt
Carolin van Noord

Linda Lammerts
Drei Erinnerungsstücke habe ich von diesem Tag mitgenommen, zum Spinnen, Färben und Filzen – jetzt braucht es nur ein paar Tage Dauerregen, denn bei dem leider ;o) herrlichen Wetter im Moment sind wir die meiste freie Zeit im Freien.
These goodies I took home, something to spinn, to dye and to felt – the only thing I need is some steady rain ;o) , because most of our spare time now we work outdoors under a sunny sky.