Tierisch heiße Sommerzeit

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Dieser Sommer – heiß und knochentrocken – war wieder zeitweise für Mensch und Tier eine Herausforderung, und ebenso die Pflanzen hatten mit der andauernden Hitze zu kämpfen. Für uns bedeutete das früh morgens und abends reichlich Außenarbeit, daher auch die längere Funkstille hier.
Vieles ließ ich im Gemüsegarten wachsen und in die Blüte gehen, wie z.B. diverse Salate. Molli und Pünktchen lernten schnell, dass es „Nassfutter“ gab, wenn sie mich zu ihrem Schattenplatz mit einem Arm voller Grünzeugs kommen sahen. Die Wiese war ja gemäht und gab ohne Regen nicht viel her.

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b-Trinkstelle

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So, wie die vielen Wassereimer für die Schafe, haben wir überall Wasserstellen für die Vögel und Insekten mit „Rettungsinseln“ aus Korkscheiben aufgestellt. Morgens lagen oft die Schalen, die auf dem Zaun steckten am Boden, weil die Vögel darin wohl auch gerne mal ein Bad nahmen. Zu den Vögeln, die uns besuchen und ihrem Nachwuchs berichte ich noch einmal gesondert, so viele verschiedene Arten sind es dieses Jahr.

Die Befürchtungen von Hasen- und Kaninchen Überfällen im Gemüsegarten waren vollkommen überflüssig, wir beobachteten die Bande nur brav auf der Weide und in den angrenzenden Feldern. Dafür haben ganz offensichtlich viel kleinere Nager mit braunen Knopfaugen das Schlaraffenland hinterm Zaun und im Gewächshaus entdeckt. Möhren, Petersilie, Basilikum, rote Bete, Bohnen, Kartoffeln und seit neuestem auch Tomaten stehen auf ihrer Leibspeisen-Liste augenscheinlich ganz oben.
Ok – wir wollen dieses Leben in der Natur, das bedeutet dann konsequenterweise, leben mit der Natur – dazu zählt halt auch immer, auf einen Anteil der Ernte zu verzichten, sei es durch das Wetter oder hungrige Zaungäste. Es bleibt für uns aber auch genug.

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Erstaunt und gleichzeitig froh entdeckte ich doch auch dieses Jahr wieder kleine Erdkröten. Dieser Winzling hüpfte mir im Gewächshaus über den Weg und flüchtete, nachdem er den Schrecken über seinen Fehlsprung verdaut hatte, flugs unter die Tomatenblätter.

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In diesen Monaten können wir uns mit Obst und Gemüse fast ausschließlich aus eigenem Anbau versorgen. Ein erfüllendes Gefühl, nach säen, pikieren, pflanzen, wässern, jäten, hegen und pflegen jeden Tag mit gefüllten Körben aus dem Garten zurückzukommen. Auch sind schon viele Gläser mit Vorräten für die kommenden Monate eingekocht oder mit Freunden getauscht. Auf diese Weise wird der Ertrag noch vielfältiger.
Ein Hinweis diesbezüglich: manche Leute, besonders ältere Menschen können ihre Obstbäume vlt. nicht mehr gut abpflücken oder es wird ihnen schlicht zuviel. Bevor das Obst verdirbt, fragt doch einfach mal nach, über eine helfende Hand sind sie sicher dankbar und teilen gern.

So arbeiten und werkeln wir was anfällt. Auch am Ausbau im Obergeschoss arbeiten wir stetig weiter. Noch die Bodendielen, dann kann der erste Raum wieder bezogen werden.

Der Bericht zur Weber-Woche steht auch noch aus……so viel hat sich in den vergangenen Wochen getan.

Fressen und gefressen werden

….ein ewiger Kreislauf, genauso wie wachsen und welken.
Aus einem kleinen Ästchen, vor vielleicht 4 Jahren irgendwo am Wegrand abgezwickt, ist inzwischen dieser wilde Rosenbusch aufgewachsen. Etwas hilfesuchend schlingt er sich hie und da um die alten Weide, oder ich helfe mal nach. Eine hübsche, wenn auch ganz einfache Rose, an der die Läuse, im Gegensatz zu ihren edleren Schwestern, kein sonderliches Interesse hatten. Zur Blüte und noch jetzt ist sie Treffpunkt und Futterquelle.

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Ich beobachte immer wieder – liest man, beschäftigt man sich intensiver mit bislang als weniger interessant erachteten Dingen, fallen sie einem mit einem Mal ständig auf!
Welche werden weniger, welche haben sich scheinbar explosionsartig vermehrt, welche sind (für mein Auge) „neu“ im Garten? Insekten.
Mir war die Vielfalt, obwohl hier seit jeher schon früh mit den Kindern jedes Getier betrachtet wird, nicht wirklich bewusst. Alle lassen sich gar nicht im Bild festhalten, besonders die ganz kleinen Falter sind so flink und oft genug ist auch eine Kamera nicht zur Hand. Endlich sehe ich wieder mehr Wildbienen und langsam erinnern sich auch die Wespen, wo sich doch so gut neue Nester bauen lassen. Die Hornisse, nicht „gefährlicher“ als eine Wespe,  hatte sich ins Wohnzimmer verflogen und wurde fachfrauisch vom Kind wieder in die Freiheit entlassen.

Aber dann gibt es halt auch die Flexitarier im Garten, die im Akkord für ihren ständig nach Nachschub krakeelenden Nachwuchs Futter heranschleppen müssen, und sich selbst zumindest mal schnell am ganzjährig geöffneten „fly-in“ ein paar Sonnenblumenkerne einwerfen können.

Spock

Spock

Die gerade gereiften und im oberen Luftraum schon fast komplett verputzten Kirschen scheinen dem Buntspecht tatsächlich auch zu schmecken. Ich hatte mich gefragt, was er hier so anziehend findet, dass er rege zwischen Nachbars Wäldchen und unserem Garten hin und her pendelt, und tatsächlich stehen Kirschen wohl recht weit oben auf seiner Leibspeisen-Liste….und „gelegentlich auch Eier und Jungvögel“!

Alle haben jetzt Junge, auch die ganz kleinen Vögel. Das Rotkehlchen ist derart angstlos, fast schon zutraulich, wenn es darum geht, Würmchen aus der frisch gelockerten Erde zu suchen, und Haferflocken gehen als schneller Snack auch mal. Der Zaunkönig hat, wie vermutet, mit seiner Familie die, wie heißt es beim NABU, „geduldete wilde Ecke im Garten“ bezogen, scheint aber gegen den täglichen Besuch der Meisen auch nichts einzuwenden zu haben. Und die Trauerschnäpper haben tatsächlich ihre Kinderstube vor unserer Haustür eingerichtet und sind mittlerweile dabei kleine Insekten herbei zu schaffen. Ob wir die Jungen mal zu Gesicht bekommen?!

Ansonsten sind auch für uns menschliche Gartenbewohner die Ruhezeiten rar. Jahreszeit und weiterhin Umbau geben den Rhythmus vor. Dazwischen nochmal ein letzter Blick auf die endlich immer magerer werdende Wiese, bevor gemäht wird.

Demnächst gibt es auch wieder einmal wollige Berichte aus dem Außenbezirk…..

 

 

Schönes und Trauriges vom Sommer

b-DSC_0304Neben dem ja schon erwähnten baulichen Veränderungen hat uns der Sommer noch anderes Schöne beschert:
Im Gemüsegarten gedieh dank der Bewässerung wirklich ausnahmslos alles prächtig. Oftmals kamen wir mit dem Verspeisen, Verschenken und Konservieren nicht nach, was sich aber dann als Glück für die Schafe  erwies. Wie alle hatten auch sie im Sommer unter der Dürre zu leiden, denn nach der Mahd vertrocknete die Weide zusehends.  b-C-_Users_Birgit_AppData_Local_Microsoft_Windows_INetCache_ContentbDaher bedienten sich Molli und Pünktchen schon mal selber an den, in ihren Bewegungsradius wuchernden Stangen- und dicken Bohnen und warteten bereits am Zaun, sobald sie mich in den Gemüsegarten kommen sahen. Dann gab es wahlweise Salat, Mangold, Pak Choi, Broccoli, Rotkohl, rote Bete-, Erbsen- und Erdbeerblätter.

Ein tolles Erlebnis waren auch wieder die Sola-Camp Tage in Steinfurt.
Die letzten Jahre hatte ich mit den Kids gefilzt, im Sommer 2018 haben wir Freundinnen ein paar Tage das Stamm-Küchenteam unterstützt. Was für eine Herausforderung – für rund 300 hungrige Mäuler etwas Leckeres auf die endlos langen Tische zu zaubern. Nur Dank eines so klasse eingespielten, engagierten und erfahrenen jungen Betreuer-Teams kann ein solches Projekt auf die Beine gestellt werden, was ich ohne zu zögern weiterempfehlen kann (nähere Infos und Anmeldungen für 2019 hier oder sucht nach den Standorten anderer Feriencamps in ganz Deutschland)!
Jedes Jahr steht das Sola unter einem anderen Motto und passend dazu werden Spiele, Wanderungen, kreative Workshops, Musik, Gruppenarbeiten und vieles mehr veranstaltet. Übernachtet wird in großen Zelten auf einer Wiese direkt neben einem Bauernhof und einem See.

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Dann haben wir, wegen der schon so frühen Apfelernte, letzten Sommer zum ersten Mal selber Apfelsaft gepresst. Dazu eine kleine Geschichte:
Unsere Bäume warfen wegen der Trockenheit stetig und reichlich Äpfel ab und die Vorrat an Apfelmus war schnell gedeckt.
Mehrmals wöchentlich kam ich an einem alte Hof vorbei, in dessen Garten einige Apfelbäume standen, der Boden darunter voller Früchte, die einige Tage später immer auf dem Kompost lagen. Ich habe eine Weile nachgedacht, klingelte dann dort an, und ein älterer, gebückter Herr öffnete die Tür. Er erzählte von seinem Garten und dass seine Frau und er die vielen Äpfel nicht mehr verarbeiten können. Sie nehmen, was sie brauchen und den Rest packen sie halt auf den Kompost.
Ich erzählte, dass wir nicht weit entfernt wohnen, was wir auf unserem Hof so treiben und fragte, ob ich die übrig gebliebenen Äpfel vom Boden aufsammeln dürfte, um daraus Saft zu machen. Sofort marschierte er los, holte Taschen und Eimer und wie beide lasen die vielen unterschiedlichen Äpfel auf. Zu jeder Sorte konnte er noch etwas zu Geschmack und Verwendungsmöglichkeiten sagen und ich solle doch wiederkommen, auch wenn er mal nicht da sei. Es sammelte sich binnen kurzer Zeit eine reichliche Menge Äpfel an, die wir so letztlich zu köstlichem Saft verwandelten.
Im Tausch versorgte ich die netten älteren beiden stetig mit Tomaten, Salat, Gurken, Bohnen und was den Sommer über sonst noch reifte – beide Seiten waren glücklich.

b-DSC_0973b-DSCKurt_0294_1235Sehr traurig – im letzten Sommer mussten wir die kleine Sonja und den wilden Kurt gehen lassen.

b-DSC_0486.jpgUnd der Ort, an dem dieses Bild im Spätsommer entstanden ist, hat in mir einen Wunsch geweckt……

 

Augenblick mal

bDSC_0510…da war doch noch etwas: Woll-Lager-Füllung und Sommergäste Nachtrag.
Sieben sehr neugierige und aufgeweckte Jungkühe verbrachten diesen Sommer einige Wochen auf der Wiese – anfänglich jedoch zum Leidwesen der beiden ehrwürdigen Schafsdamen.

Hang on….I want to talk about our summer guests. Seven young cows spent some weeks on our meadow, where they were grazing, exploring the new neigbourhood and bugging Molli, Pünktchen and Kurt a bit. bDSC_0508.jpgbDSC_0511 - KopieGeschickt, fast fachmännisch lösten sie nämlich mehrmals die Halterung des Schafstall-Tores mit ihren langen, kräftigen Zungen und dann – „Klappe zu, Schafe gefangen, Wiese für uns allein!“ Die Wolligen waren darüber überhaupt nicht begeistert und so half nur die Teilung der Wiese samt Bewohner.

With their long and strong tongue they opened the fixture of the shed gate and locked up the surprised sheep. The two were not amused and so, for peace-keeping, we had to devide the meadow into half including the inhabitants.bDSC_0515 - KopiebDSC_0538.jpgAuch den Trecker fanden sie hochinteressant und nahmen nicht nur von den nebenstehenden Weiden die eine oder andere Geschmacksprobe. An Kurt hatten sie ebenfalls Gefallen gefunden, erst recht, als sie bemerkten, dass man mit ihm Fangen spielen kann! Nachdem die Fronten geklärt waren,sah er das Ganze wieder entspannt und drückte ein Auge zu. Ich mag diese Wochen mit unseren Sommergästen. Bis demnächst.

The tractor was interesting too and the cows tore off a door and a window trying the taste of it. „Neither tasty nor edible!“ – after carefull consideration. Playing tag with tomcat Kurt was also funny….for the young cows. When the issue was resolved, he felt relaxed again. Farewell, maybe till next year.
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Und Thematisch passend zum aufgefüllten Woll-Lager ausnahmsweise mal ein wenig Werbung, wirklich bestrickend-sehenswert! Einen Großteil der aktuell gefärbten Garne habe ich nun fotografiert, sortiert und nummeriert. Kommende Woche kommt dann der Teil mit den pflanzengefärbten Garnen noch dazu, denn die nächsten 2 Tage besuche ich das Städtchen Detmold.

Finally I managed sorting and photographing the majority of my latest dyed yarns (Lace Yarn sock-knitting wool). I´ll show the natural dyed yarns in a few days.
At last I would like to call attention for this appealing knitted tv-spot. Enjoy!