Bienenhotel oder Blitzampel?

Natürlich eine geräumige, wetterbeständige, vor Regengüssen und hungrigen Vogelschnäbeln sichere Bienenhotel-Garage der Marke Eigenbau!

Durch regen Austausch mit einer lieben Freundin sind wir mit der Mauerbienen-Aufzucht in Berührung gekommen und haben uns im zeitigen Frühjahr entschlossen, der Roten Mauerbiene (Osmia bicornis) auch in unserem Garten ein Zuhause zu geben.

Als Baumaterial für die Schutzhütte haben wir uns für eine Siebdruckplatte entschieden, weil einfach wetterbeständig und langlebiger.

Die Größe des äußeren Kastens ist so bemessen, dass noch ausreichend Platz ist, um die Pappschachtel mit den Kokons innen auf das Hotel zu stellen. Die frisch geschlüpften Mauerbienchen sollen bestenfalls direkt die potentielle Nistmöglichkeit finden.

Der Kasten, quasi die Garage des Bienenhotels, dient als Schutz vor heftigem Regen.
Damit keine Vögel die Bruthöhlen aufpicken ist am aufklappbaren Rahmen noch ein feinmaschiger Draht (ca. 15 mm) befestigt.

Hier hangelt sich ein junges Männchen am Draht entlang.

Die männlichen Mauerbienen schlüpften am schönsten Sonnentag Anfang April, ca. 14 Tage früher als ihre weiblichen Gesellinnen und warteten seitdem tatsächlich sehnlichst auf ihre Weibchen.

Hier der erste Schwung der gerade geschlüpften männlichen Roten Mauerbienen.

Diese Wildbienen haben mit nur ca. 200 Metern einen viel kleineren Aktionsradius um ihren Unterschlupf als Honigbienen.
Das Futterangebot für die kleinen Pollensucher sollte daher in nächster Nähe sein.

Vor dem Schafstell wachsen schon früh reichlich Taubnesseln, Vogelmiere, Gundermann, Löwenzahn, Veilchen und Weiden.
Inzwischen blühen die Kirschen und der Birnbaum und die Knospen der Apfelbäume leuchten schon in kräftigem Pink.

Die Traubenhyazinthen sind sie gleich angeflogen und haben nach Nahrung gesucht.

Kleine Pause auf dem warmen Stamm in der Sonne und die Flügel nach der langen Zeit in der Bruthöhle ordnen und pflegen.

Hier haben einige der Männchen Löcher zum Stall und den Garagen entdeckt.

Im Gegensatz zu Honigbienen oder Hummeln, die Völker oder Staaten bilden, leben die Mauerbienen solitär.
Daher sind wilde Gartenstücke in sonniger Lage mit vielen verschiedenen Wildkräutern, Totholz, porösen Mauern und nicht verdichteten Böden so wichtig für alle Insekten.

Ich werde berichten, wie es mit unseren ersten Mauerbienen weitergeht.

Über olann

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