Weben im Wendland

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Der erste Blick in die Werkstatt, in deren Eingangsbereich wie jedes Jahr die Schwalben ihre Nester hatten……
Ein Gefühl, wie zuhause ankommen und doch ganz anders, die Vorfreude auf Entspannung aber mit viel Konzentration – Werkhofzeit.

Eine Woche und einen Tag gemeinsam mit 11 Frauen, 1 Mann lernen und weben – Bindungslehre stand an.
Patronen lesen, zeichnen und entwickeln – sehr technisch, logisch, rechnerisch konsequent, nach ein paar Stunden rauchte mein Kopf, dank einer geduldigen und rundum tollen Dozentin aber nachvollziehbar. Zum Glück wechselten Schulbank und Webbank, um das vormittags erarbeitete nachmittags praktisch umzusetzen.

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Wir arbeiteten jeweils zu zweit, richteten beide Webstuhle zunächst gemeinsam ein, anschließend webte eine in der Werkstatt, die andere im Lehrraum am Musterwebstuhl.

Im ersten Durchgang probierten wir beim Einzug gerade durch über 4 Schäfte verschiedene Leinwand- und Köper-Muster,

Neuer Einzug (reiner Spitzeinzug), andere Trittfolgen ergaben andere Mustervariationen. Da die Kette am Musterwebstuhl nicht so breit ist und die Schäfte ja anstelle der Tritte (die hätten angeschnürt werden müssen) per Hand gehoben werden, dauerte das Vorbereiten nicht so lange und man konnte bei der eine Waffelbindung sogar noch ein bisschen mehr ausprobieren.

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Unten sind meine Musterstreifen, die schmaleren jeweils am Musterwebstuhl und die breiteren am schwedischen. Inzwischen habe ich auch alle Muster mit Karteikarten, auf denen Bezeichnung und Patrone zu sehen ist,  gekennzeichnet ♥.

Und auch die fedrige Bande vermittelte das besondere hier-war-ich-schon-mal-und-es-war-schön-Gefühl.
Immer, wenn wir draußen waren, ganz besonders zu den Mahlzeiten, zeigte der Hahn und seine Hühnerschar großes Interesse. Vor ein paar Wochen hatte er einen Fuchsangriff schwer lädiert überstanden, einige seiner Damen hatten weniger Glück. Ich muss zugeben, ich habe noch nicht viele Hähne kennengelernt, aber dieser ist der fürsorglichste und bravste!

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Am letzten Tag dann haben alle Teilnehmerinnen ihre Webproben auf den Tischen drappiert, und doch reichte der Platz nicht aus, so fleißig waren alle. Es wurde gefragt, bestaunt, erklärt – manchmal verändert allein die Wahl der Farben oder die Wiederholung den Anblick des selben Musters.

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Es war wieder eine tolle Zeit mit so viel neu gelerntem und so vielen supernetten und interessanten Frauen-Lebens-Geschichten. Auch das Abstimmen der Mahlzeiten, einkaufen, kochen, aufräumen lief reibungslos, hat doch jede ein Auge darauf.

Ich freue mich schon auf das nächste Mal…….ganz, ganz bald!

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Über olann

Leben in der Natur heißt leben mit der Natur. Tiere, Wiese, Garten, Selbstversorgung, spielen mit Bildern und Worten. Mit anderen kreativen Menschen im Austausch sein, gegenseitig textiles und handwerkliches Wissen austauschen, lernen, Anregungen geben und immer wieder über den Tellerrand schauen.
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23 Antworten zu Weben im Wendland

  1. Sigrid schreibt:

    Die Bilder sprechen Bände! Das war eine wunderbare Woche, viel gelernt und erlebt. Als ich Weben lernte, war im Kurs leider niemand für Bindungslehre und Musterweben zu begeistern, alle wollten nur an die großen Webstühle und „echte“ Sachen weben. So hab ich mich allein mit dem Buch von R. Buff an den Musterwebstuhl gesetzt und alles mögliche ausprobiert! Ich liebe meine Musterproben und hab dabei viel gelernt. Aber das ist natürlich nicht vergleichbar, wenn ein ganzer Kurs Proben webt … Wenn ich Zeit hätte …
    Liebe Grüße, Sigrid

    • olann schreibt:

      Das war schon eine Menge „Input“, aber gut! Mit diesen Musterproben kann man sich immer ein besseres Bild neben der Patrone machen, auch, um andere Gewebe besser zu erkennen.
      Alle Achtung, dass du dich da alleine durchgeackert hast!!

  2. Doris schreibt:

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass du da wunderbare Tage verbringen konntest.
    So ein Kurs ist einfach was tolles, muss mich auch wieder mal auf die Suche nach so was machen.
    Liebe Grüsse
    Doris

  3. Heidi Trollspecht schreibt:

    Danke für die schönen Bilder und die Infos dazu. Für mich ist die Weberei Neuland, aber ich habe dieses Handwerk schon immer bewundert – und gerade auch zwei gewebte (allerdings gekaufte) Topflappen in der Küche hängen.
    Und eure Werke sind alle so schön geworden. Ich mag auch die Farbenvielfalt. Toll!

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

  4. pommelsheepy schreibt:

    Das muss ja wieder traumhaft gewesen sein, so eine tolle Farb- und Musterpalette.
    Lieben Inselgruß
    Kerstin

  5. Claudia schreibt:

    Liebe Birgit,
    ach, das waar sicher herrlich! Danke für die wunderschönen Bilder! Die Muster, die bei Euch entstanden sind, gefallen mir sehr gut! Ich finde es auch sehr gut, daß es noch Orte gibt, wo man diese alten Handwerkskünste erlernen kann!
    Hab noch einen schönen Tag und ein wundervolles Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

  6. Judy schreibt:

    What an awesome way to learn more about weaving!! It’s nice to see your work or play, and see the different colors interact. I wish I could have been there too. Weaving classes can help you learn so much faster than reading a book, at least in my experience, plus you get to see other people’s work and be inspired.

    • olann schreibt:

      There are rare places in Germany offering a weaver apprenticeship from scratch and happily I take that opportunity. Talking and discussing about the work is always helpfull, especially at the beginning.

  7. fiberels schreibt:

    Einfach wunderbar wie die Farben sich mischen

  8. GeWollt GeFilzt schreibt:

    So tolle Ergebnisse, da kann ich mit meinem Webrahmen nur davon träumen. Ich muß schon sagen dein Blog gefällt mir sehr gut. Vielleicht schaff ich es auch, dass mein Blog so interessant wird und so viele Follower und Besucher hat. Ich wünsche noch sehr viel Erfolg und viele weitere tolle Einträge. Liebe Grüße von Uschi aus dem schönen Niederösterreich

    • olann schreibt:

      Mit einem Webrahmen habe ich auch angefangen, Uschi, und das war ganz gut, so lernt man die Technik in „handlichen“ Maßen. Alles weiter kommt mit der Zeit.

  9. Bianca schreibt:

    Liebe Birgit, für diese tollen Eindrücke kann ich dir nur danken, ich kenne niemanden der webt und die Ergebnisse sind wunderschön! Hab‘ eine wundervolle Zeit! Viele liebe Grüße, Bianca

    • olann schreibt:

      Danke Bianca. Einige Handwerke werden in der Tat immer weniger ausgeführt, daher ist es toll, dass manche Orte noch die Möglichkeit bieten es zu lernen.

  10. einfachtilda schreibt:

    Das würde mir auch gefallen. Top !

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