Fressen und gefressen werden

….ein ewiger Kreislauf, genauso wie wachsen und welken.
Aus einem kleinen Ästchen, vor vielleicht 4 Jahren irgendwo am Wegrand abgezwickt, ist inzwischen dieser wilde Rosenbusch aufgewachsen. Etwas hilfesuchend schlingt er sich hie und da um die alten Weide, oder ich helfe mal nach. Eine hübsche, wenn auch ganz einfache Rose, an der die Läuse, im Gegensatz zu ihren edleren Schwestern, kein sonderliches Interesse hatten. Zur Blüte und noch jetzt ist sie Treffpunkt und Futterquelle.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ich beobachte immer wieder – liest man, beschäftigt man sich intensiver mit bislang als weniger interessant erachteten Dingen, fallen sie einem mit einem Mal ständig auf!
Welche werden weniger, welche haben sich scheinbar explosionsartig vermehrt, welche sind (für mein Auge) „neu“ im Garten? Insekten.
Mir war die Vielfalt, obwohl hier seit jeher schon früh mit den Kindern jedes Getier betrachtet wird, nicht wirklich bewusst. Alle lassen sich gar nicht im Bild festhalten, besonders die ganz kleinen Falter sind so flink und oft genug ist auch eine Kamera nicht zur Hand. Endlich sehe ich wieder mehr Wildbienen und langsam erinnern sich auch die Wespen, wo sich doch so gut neue Nester bauen lassen. Die Hornisse, nicht „gefährlicher“ als eine Wespe,  hatte sich ins Wohnzimmer verflogen und wurde fachfrauisch vom Kind wieder in die Freiheit entlassen.

Aber dann gibt es halt auch die Flexitarier im Garten, die im Akkord für ihren ständig nach Nachschub krakeelenden Nachwuchs Futter heranschleppen müssen, und sich selbst zumindest mal schnell am ganzjährig geöffneten „fly-in“ ein paar Sonnenblumenkerne einwerfen können.

Spock

Spock

Die gerade gereiften und im oberen Luftraum schon fast komplett verputzten Kirschen scheinen dem Buntspecht tatsächlich auch zu schmecken. Ich hatte mich gefragt, was er hier so anziehend findet, dass er rege zwischen Nachbars Wäldchen und unserem Garten hin und her pendelt, und tatsächlich stehen Kirschen wohl recht weit oben auf seiner Leibspeisen-Liste….und „gelegentlich auch Eier und Jungvögel“!

Alle haben jetzt Junge, auch die ganz kleinen Vögel. Das Rotkehlchen ist derart angstlos, fast schon zutraulich, wenn es darum geht, Würmchen aus der frisch gelockerten Erde zu suchen, und Haferflocken gehen als schneller Snack auch mal. Der Zaunkönig hat, wie vermutet, mit seiner Familie die, wie heißt es beim NABU, „geduldete wilde Ecke im Garten“ bezogen, scheint aber gegen den täglichen Besuch der Meisen auch nichts einzuwenden zu haben. Und die Trauerschnäpper haben tatsächlich ihre Kinderstube vor unserer Haustür eingerichtet und sind mittlerweile dabei kleine Insekten herbei zu schaffen. Ob wir die Jungen mal zu Gesicht bekommen?!

Ansonsten sind auch für uns menschliche Gartenbewohner die Ruhezeiten rar. Jahreszeit und weiterhin Umbau geben den Rhythmus vor. Dazwischen nochmal ein letzter Blick auf die endlich immer magerer werdende Wiese, bevor gemäht wird.

Demnächst gibt es auch wieder einmal wollige Berichte aus dem Außenbezirk…..

 

 

Werbeanzeigen

Über olann

Leben in der Natur heißt leben mit der Natur. Tiere, Wiese, Garten, Selbstversorgung, spielen mit Bildern und Worten. Mit anderen kreativen Menschen im Austausch sein, gegenseitig textiles und handwerkliches Wissen austauschen, lernen, Anregungen geben und immer wieder über den Tellerrand schauen.
Dieser Beitrag wurde unter garden, Garten, Landleben, Leben, life, Natur, nature, Schafe, sheep veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

21 Antworten zu Fressen und gefressen werden

  1. jahreszeitenbriefe schreibt:

    Ich mag das Gefühl sehr, wenn ich weiß, mein Garten ist vielen Tieren und Pflanzen Wohnung… Du hast auch solch einen Garten, wunderbar… Liebe Grüße Ghislana

  2. Bianca schreibt:

    Liebe Birgit,
    welche Mühe du dir gemacht hast, all die kleinen und großen Gartenbewohner einzufangen! Gerade bei Insekten ist mein Wissen sehr begrenzt, ich konnte wieder Neues entdecken. Hab‘ Dank! Die Vögel sind zauberhaft. Mir wird auch immer mulmig, wenn größere Vögel auftauchen, die Eier und Jungvögel fressen, auch wenn man nichts ändern kann und die Großen auch satt werden müssen (seufz). Die Rose ist einfach fabelhaft, all diese Pracht aus einem mini Zweiglein-toll! Habt ein schönes und entspanntes Wochenende, trotz der vielen Arbeit! Viele liebe Grüße, Bianca

    • olann schreibt:

      Der Specht hat sich hier wohl wirklich nur Kirschen einverleibt, denn das Flattern und Betteln der ganzen Jungvögel wird nicht weniger. Die Brutstätten, die ich bemerkt habe sind viele, aber sehr versteckt im Buschwerk.

  3. fiberels schreibt:

    Schööön sind alle deine Tierchen !
    (und den kleinen Rosenbusch möchte ich auch mal probieren 🙂 !)
    Bis nächste Woche !!!

  4. Heidi Trollspecht schreibt:

    ja, in der Natur gibt es so viel zu entdecken. Das merke ich sogar auf unserem Balkon 🙂
    Heute habe ich mit Freude zugeschaut wie drei Bienen die Fingerhutblüten besucht haben.
    Schön sind deine Bilder, und schön ist auch dein Text. Da lese ich richtig gerne.
    Und dann die vielen tollen Vogelbilder. Da ist bei euch ja ganz schön viel los.

    Ich wünsche euch ein schönes und ruhiges Wochenende
    herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

    • olann schreibt:

      Ja, es ist interessant zuzuschauen, wie Insekten in den verschiedenen Blüten ihre Nahrung suchen. Hummeln kreisen so schön in den großen Mohnblüten und sind förmlich gepudert vom Blütenstaub🐝.
      Ich freue mich über eine lieben Worte.

      • Heidi Trollspecht schreibt:

        liebe Birgit, jetzt will ich mich noch für deinen Besuch auf Jo´s Seite bedanken. Wir freuen uns dass dir die Fotos gefallen 🙂

  5. pommelsheepy schreibt:

    Toller Post und irgendwie könnte ich glatt weg so Einiges hier her kopieren. Reh und Hase fühlen sich sichtlich wohl, Feinschmecker!!! denn Rosen, Flox, Glockenblumen haben keine Chance. Auch die Kirsch- und Beerenernte wird sehr schmal ausfallen. Trotzdem beobachte und freue ich mich über diesen Besuch. Unsere Vögel haben die meisten Nester schon verlassen, nur die Schwalben brauchten dieses Jahr erwas länger bei der Nestwahl (zwei gebaut, eins angefangen;O) und sind am brüten.
    Ich wünsche dir noch eine schöne Sommerzeit in deinem Paradies.
    Liebe Inselgrüße
    Kerstin

    • olann schreibt:

      Gerade entdeckte ich beim Kirschen pflücken, wie die Heckenbraunellen fleißig mit Futter ins Efeu flogen, das scheint noch ein Nest zu sein.

  6. Claudia schreibt:

    Liebe Birgit,
    herrlich hast Du die Vogelschar beim füttern und Futter sammeln fotografiert! Herzlichen Dank für die tollen Bilder! Ein sehr gutes Zeichen, daß sie sich bei Euch rundum wohl fühlen und genug Nahrungsangebot vorfinden!
    Hab einen schönen Tag und einen guten Start in ein hoffentlich angenehmes Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

    • olann schreibt:

      Ich denke auch, es liegt überwiegend am Nahrungsangebot. Das bestätigt mich, unseren Garten weiterhin in Unordnung zu halten😄!

  7. Centi von Centi bastelt schreibt:

    Oh, so viele Flattermänner und so schöne Fotos! Der Specht mit den Kircshen gefällt mir ganz ausgezeichnet. Die haben’s gut in deinem Garten! 🙂

    • olann schreibt:

      Die Tiere spiegeln es, im Garten läuft es schon richtig gut – die Wiese wird zunehmend magerer, auch gut für alles was kreucht und fleucht. Wir arbeiten daran.

  8. einfachtilda schreibt:

    Ganz schön viel los bei dir. Unser Kirschbaum sitzt voller Kirschen, die die Vögel seltsamerweise wohl nicht mögen,, da es die Knorpelkirsche ist. Schmeckt sehr lecker, aber dieses Jahr ist der Wurm drin 😀 ich esse sie trotzdem.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s