"Schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen …"

Hören (siehe unten) und erleben führten zu diesem Titel.
Beflügelt von so viel Grün und Natur um uns herum, hochkonzentriert, gerade in den vergangenen beiden Wochen, sind diese zwei Mützchen für kleine Garten-Zwerge entstanden. Diese sind wirklich für die ganz Kleinen aber für große Brüder und Schwestern kommt noch etwas – wenn …
ja, wenn mich der Wassergraben wieder loslässt!

Eine der Geschichten, die wir uns in Jahren auch wieder und wieder erzählen werden:

Entlang der Straße führt ein Graben, um das durchsickernde Wasser der Wiesen und Felder aufzunehmen. Unser Graben war nun schon längere Zeit etwas „dürftig“ in Schuss gehalten worden und nahm so gut wie kein Wasser mehr auf, daher rührte letztens sicher auch der kleine See, durch den sich die Schafe weigerten zu gehen. Als nun Bäume und Sträucher von der Stadt gestutzt wurden, marschierte ich frohen Mutes, mit Harke und Eimer bewaffnet los, um den Graben „mal eben“ aufzuräumen. Nach gut zwei Stunden Gestrüpp, Gras und Blätter aus dem Graben harken und zu Haufen stapeln, war die eine Seite „fertig“ (die spitzzüngig ironische Betonung versuche ich durch großzügig gestreute “ “ deutlich zu machen ☺) und ich so ziemlich am Ende!  (Wobei ich nun ehrlich behaupten darf, nicht gerade schwächlich zu sein) 
Dann kam der alte Herr vom Nachbarhof vorbei, schaute sich mein Werk an und seine lobenden Worte waren Balsam für meine müden Knochen. Wenn es ihn packt, würde er nächster Tage mal mitmachen …. (der Gute hat just seinen 92. Geburtstag gefeiert!!)
Am nächsten Nachmittag erblickte ich beim Heimkommen dass sich sich etwas im Graben bewegte! Wahrhaftig stand der liebe Mann, mit Sense und „Grepe“ bewaffnet wadentief im Wasser und schnitt Gras und Moos von den Hängen. Seine plattdüsche Antwort auf meine entgeisterte Frage, was er denn da mache, war in etwas so: „Ick helf wohl mol een betgen suwer machen“ – ok! Also nichts wie rein in die Gummistiefel und mit in den Graben. Es war toll! Er hat gesenst und erzählt und ich habe gegrept (keine Garantie für korrekte Rechtschreibung!), und wieder machten sich später Muskelpartien bemerkbar, die beim Zumba eindeutig zu wenig beansprucht werden. Nett auch, wie viele Leute gegrüßt und gewunken haben, die ich noch nicht alle örtlich zuordnen kann, aber das kommt schon noch.
Samstag wurde mein Mann dann in die Kunst des Graben Sensens eingewiesen („Euer Sens iss to lang, nimm mol min dafur“). Drei kleinere Haselbäume, die mitten im Graben standen mussten wir noch fällen und die Wurzeln aus der Erde bekommen. Die Kinder häckselten den Grünschnitt und schafften es das Tonrohr unter der Straße mit langen Stangen zu durchstoßen.  Jetzt wartet noch die andere Seite …

Zu seinem Geburtstag bekam der liebe Nachbar Herzlichen Dank-Törtchen. Sonntag kam er dann nochmal zur Visite vorbei und erzählte uns Geschichten aus seinem Leben.  Die Socken ruhten und werden ein anderes Mal zu Ende gestrickt. Wegen dieser akuten Grabenpflege war es hier etwas ruhig, zum Kommentieren und Fragen beantworten fehlte einfach die Zeit. Manche Dinge können keinen Aufschub vertragen.

Wunderschön beschreibt Julia Engelmann, Studentin aus Bremen und Poetry Slammerin in einem literarischen Vortragewettbewerb was wir alles tun wollen, es aber doch nicht schaffen und irgendwann bereuen, dass wir es nicht getan haben: „One Day Baby…“ unbedingt zum öfter Hören empfohlen!!

A warm welcome to all! Tanja mag gern spinnen, stricken häkeln lesen und Hörbücher, Birgit sitzt sowohl gerne strickend oder lesend im Café und auch im Garten und Judy  quiltet, strickt, spinnt und webt und schätz den Austausch mit anderen kreativen Menschen aus der ganzen Welt.

Über olann

Leben in der Natur heißt leben mit der Natur. Tiere, Wiese, Garten, Selbstversorgung, spielen mit Bildern und Worten. Mit anderen kreativen Menschen im Austausch sein, gegenseitig textiles und handwerkliches Wissen austauschen, lernen, Anregungen geben und immer wieder über den Tellerrand schauen.
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2 Antworten zu "Schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen …"

  1. Birgit Olann schreibt:

    Ein Text, der sich unbedingt lohnt, ihn immer mal wieder anzuhören, damit wir nicht vergessen.

  2. Anonym schreibt:

    Auch wenn es schon ewig her ist, dass Du diesen Post geschrieben hast: danke für den Link zu dem tollen Gedicht! Ich muss da mal mitschreiben… 🙂
    Viele Grüße, Khendra

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